Stadtpark KOMRCAR

 


Foerster Justus Belia
Park Komrcar
Der Mensch und der Park sind organisch miteinander verbunden; es gibt keinen Park, der nicht von einem Menschen errichtet worden ist und es scheint so als ob ohne Parkanlagen auch die Menschen verschwinden würden.   Wenn zufällig ein Tourist auf einem Segel-Ausflug nach Rab kommt und um die Landzunge Frkanj herumkommt, versetzt ihn allein schon Anblick des Gesehenen in Entzücken.  Sein Blick hebt sich zuerst zum felsigen Velebit, der wie ein ewiger Hüter über den ganzen Kvarner wacht, und senkt sich dann auf die Stadt, deren Weiß und Schönheit ihn blenden.  Die Stadt, eine Symphonie aus weißen Türmen und roten Dächern weckt die Phantasie des Menschen, läßt ihn aber nicht die Konturen übersehen, die die grüne Landschaft, um die Stadt zieht. 

Das ist der Park Komrcar. 

Parkanlagen sind Produkte von menschlicher Hand, lebende historische Denkmale, ewige Zeugen des menschlichen Bedürfnisses, Schönes und Nützliches zu haben. Ohne menschliche Fürsorge verwandeln sich Parkanlagen in Gebüsch, wilde Wälder, die nach ihrer eigenen, einer anderen, biologischen Gesetzlichenkeit leben. Parkanlagen sind Zauberer (Schönheiten), auf die sowohl die Menschen als auch die Städte stolz sind (Wer hat vom Hyde Park oder Central Park noch nicht gehört!)

Sie haben ihre menschliche Vergangenheit, ihren Anfang, ihr Leben, ja sogar ihr Ende, falls sie der Mensch vergißt oder sie sich selbst überläßt. 
Vielleicht ist unser Komrcar die schönste von allen Parkanlagen. 

Viele Gäste der Insel Rab vergessen mit der Zeit die Hotels, die Speisen und die Partys, aber den Park vergessen sie nie. Komrcar bleibt für immer ein Teil ihres geistigen Reichtums, ihrer Erfahrung.

Man weiß nicht einmal wann und wie der Park seinen Namen Komrcar ( Comercarius, Campus Martius, Campo Marco) bekam. Wir wissen nur daß schon die Franziskaner, die sich da im 13. Jahrhundert hier niedergelassen haben, diesen Namen benutzt hatten (S. Catarina de Comercario). Die Klosterkapelle ( S. Franciscus de Comercario) ist heute die städtische Friedhofs-Kapelle.

DEBILE PRINCIPIVUM MELIOR
FORTUNA SEQVETUR

"Wer schlecht beginnt, wird mehr Glueck haben." (freie Uebersetzung)

Diese Anschrift auf dem Kapellenportal scheint dem ganzen menschlichen Leben einen Sinn zu geben. Aber, sie scheint auch für den Park einen gewissen Sinn zu haben.

Komrcar war, so sieht es aus, ursprünglich ein städtischer Weideplatz (Campo Marco - Markusfeld) gewesen.
Seit der Ankunft des Herrn Justus Bellia (1853 - 1925) im Jahre 1883 auf Rab hatte das Schicksal die Absicht, diese Weide in einen Park von fantastischer Schönheit zu verwandeln.
Mit seinem Fleiß, seiner Liebe und seinen Forstkenntnissen (die Raber haben ihm dafür 1974 im Park ein Denkmal gesetzt) hat Bellia der Insel etwas Einmaliges, was man nicht vergißt, geschenkt - Komrcar.

Der Park ist nach dem gleichen Konzept geschaffen, nach dem viele Parkanlagen unserer Küstenstädte entstanden sind: es wurden Sorten gepflanzt, die nicht autochton waren, aber die in ihrer Schönheit und Exotic atemberaubend sind. Bellia ist es zwischen 1890 und 1905 gelungen, mit einer Gruppe von Enthusiasten - gelegentlich auch gegen den Willen einiger Raber  - den Park zu bepflanzen und ihm die heutige Gestalt zu geben.
Heute ist Komrcar sozusagen ein junger Hundertjähriger. Sein künftiges Schicksal liegt bei uns und bei denjenigen die nach uns kommen werden. Nur durch die Fürsorge vernünftiger und verantwortlicher Menschen wird der Park seine Schönheit und Eigentümlichkeit behalten.
Das grundlegende pflanzliche Element des Parks ist die mediterrane Schönheit des "alepski bor" (Pinus halepensis). Ein „Schönling“.  Außer ihm wird der aufmerksame Spaziergänger noch viele "fremde" Sorten treffen, wie z.B. Schwarzkiefer (Pinus nigra), Pinie (Pinus Pinea), Zypresse (Cupressus sempervirens), Schwarzesche (Fraksinus ornus), Lorbeer, "pitospora", Korkei-ehe, Zeder, einige Sorten von Palmen, Agaven, Kakteen und andere Exoten.
Da sind natürlich auch autochtone "unserige" Sorten zu erwähnen, die mit ihrer Schönheit überhaupt nicht zurückbleiben. Da sind die immergrüne Eiche "crnika" /Quercus ilex, die wilde Olive /Olea europea, die Eberesche/ Sorbus domestica, dann die Myrtengewächse, "lemprika"/ Viburnum tinus, die Erdbeerbäume, "trslja"/ Pistacia lentiscus, "veprina"/ Ruscus aculeautus, u.a.
Natürlich wird unsere Aufmerksamkeit auch von viele Arten von Pilzen und Blumen angezogen, die Grillen geben im Sommer noch eine klangvolle Kulisse dazu, und viele Zugvögel wissen seit jeher, wo sie im Winter Nahrung und Sicherheit finden.

Wenn entzückte Touristen bestrebt sind die europäische Hast zu vergessen, oder  verliebte Jugendliche durch das 12 Hektar große, grüne Labyrinth  auf den unendlichen Pfade des Parks wandern, bemerken  sie nicht, daß  sie manches Mal auf dem selben Weg gehen. Sie spüren immer nur, daß es etwas Neues, bisher noch nicht Gesehenes ist. Die Armen bedenken nicht, daß die Schönheit eines aufgeblühten Strauches schon wieder gleich von einer noch schöneren und größeren Kiefer oder einem Loorbeer-Baum in den Schatten gestellt wurde.
Es ist keine Seltenheit, daß wir dort - an den lauen Abenden - unsere Omas und Opas treffen die, auf einer Bank unweit des Friedhofs sitzen und wehmütig den Sonnenuntergängen zuschauen.
Wenn ihre Blicke in die Ferne gehen, sind sie sich wahrscheinlich der Vergänglichkeit des Diesseitigen bewußt und denken über andere, noch bevorstehende Untergänge nach.
Aber, während die Schatten der Kiefern in der Dämmerung Arabesken bilden, liest man aus ihren Augen Zufriedenheit und Glück, weil sie ihr Leben in dieser Stadt auf dieser Insel, mit diesem einmaligen Park, verbracht haben.

 

Text: Prof. Branko Sredl

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